10 Massage No-Gos - So erkennst du eine schlechte Massage

10.12.2025

Schlechte Massagen gibt es leider immer wieder – wir zeigen die 10 häufigsten No-Gos, die du beim Empfangen einer Massage nicht erleben solltest (und reklamieren darfst). Gleichzeitig kann diese Liste Massierenden helfen, ihre Arbeit zu reflektieren und zu verbessern.

Sieh dir auch gleich das Video zum Thema an.

Wir zeigen dir mit diesen Tipps, warum sich erlebte Massagen manchmal unvollkommen oder gar schlecht anfühlen können. Dabei betrachten wir lediglich das „Drumherum“ einer Massage, also nicht die speziellen Massagetechniken. Ebenso gehen wir nicht auf die Haltung an der Bank bzw. auf dem Futon ein oder dass der Empfangende richtig abgepolstert wird.

Wenn sich eine Massage nicht gut anfühlt, liegt das in den seltensten Fällen an dir als Empfangende/r! Es gibt Vieles, was Massierende falsch machen können. Die folgenden Standards sollen dich dabei unterstützen, besser auf dich zu achten und Ursachen für Missbefinden auszumachen. Du und dein Körper sollten es unbedingt wert sein, nur die besten Gefühle zu empfinden und alles andere abzuwählen.

Hierbei gibt es eine Ausnahme: Wenn die Massage wirklich Heilungspotential hat, können im Körper gespeicherte alte, unverarbeitete Verletzungen oder gar Traumata an die Oberfläche kommen, um geheilt zu werden. Das geschieht, wenn dein System selbst innerlich (unbewusst) bereit dazu ist. Ein professionell Massierender weiß damit umzugehen und ich wünsche dir, dass du dann an einen solchen gerätst.

1.) Auftragsklärung fehlt

Im therapeutischen Kontext und bei Massagen unerlässlich: Der Masseur/ die Masseurin sollte abklären und wiederholen, was du gebucht hat und ob es einen Konsens gibt, was darunter verstanden wird. Der sichere Rahmen umfasst auch alle Konditionen drum herum wie Dauer, Preis und Ablauf. Fehlt dies, solltest du schon misstrauisch werden. Ein komischer Nachgeschmack bleibt auch, wenn die vereinbarte Zeit in größerem Umfang nicht eingehalten wurde.

2.) Vorgespräch nicht ausreichend

Das Vorgespräch regelt die Einzelheiten und legt Grenzen fest. Je nach Art der Massage wird über den Grad der Nacktheit gesprochen. Bei bestimmten Massagen mit viel Öl oder langen, verbindenden Streichungen kann Unterwäsche störend sein – hier sollte ein Einmalslip zumindest angeboten werden. Wie mit intimen Körperteilen verfahren wird, muss vorab erfragt werden: Hier gehört die Brust der Frau ebenso dazu wie der Po. Auch Fragen nach Kontraindikationen oder Allergien (im Zusammenhang mit den verwendeten Ölen) gehören hier her. Bemerkst du dann während der Massage, dass du an Stellen berührt wirst, wo dir das unangenehm ist, unterbrich sofort die Massage und sprich es aus!
Diese ersten beiden Punkte sind nicht immer zu realisieren. Wenn die sprachliche Verständigung fehlt, z.B. bei Massagen im Ausland, kläre trotzdem auf einem anderen Weg deine Prioritäten. Manchmal kann eine Überraschung ja auch gut sein – in jedem Fall ist es eine Erfahrung. Wegfallen können Auftragsklärung und ausführliches Vorgespräch auch, wenn ihr euch bereits gut im Massagekontext kennt und eine Wiederholung gewünscht wird. Hier genügt dann die Frage, ob heute etwas anders ist oder besonders beachtet werden sollte.

3.) Öl tropft auf den Körper

Vielleicht noch verzeihlich, aber professionell ist es keineswegs: Öl tropft versehentlich auf deinen Körper, weil es über dir aufgenommen wurde. Das ist einfach unachtsam! Öl sollte neben dem Körper in den Händen erwärmt werden oder als absichtliches Element – dann aber erwärmt! - am besten über die Hände des Masseurs / der Masseurin auf den Körper gegossen werden. Mit dieser Intention kann es sich dann wunderbar anfühlen.

4.) Schweiß und Körpergeruch des Masseurs / der Masseurin

Die meisten Menschen riechen es nicht, wenn sie selbst Schweißgeruch absondern. Der Fakt an sich kann hormonell bedingt sein oder andere Gründe haben, in unserem Kontext jedoch kann Körpergeruch die beste Massage in eine Tortour verwandeln. Ebenso kann Ekel hervorrufen, wenn der Masseur/ die Masseurin eigenen Schweiß auf deinen Körper tropfen lässt – bei allem Verständnis dafür, dass die Massage an sich schweißtreibend sein kann. Wenn der Massierende sich damit nicht zu helfen weiß, hat er keine gute Ausbildung genossen. Wenn es dich am Entspannen hindert, sprich es unbedingt an. (In der Hoffnung, dass eine Portion Deo das Ganze nicht verschlimmert!)

5.) Deine Aura wird nicht beachtet

Ist bis hierhin alles gut gegangen, lauern jetzt bei der eigentlichen Massage die nächsten Achtsamkeits-Fallen. Du hast bestimmt schon mal von einer Aura gehört? Das ist das Energiefeld, das jeden Körper umgibt – nicht sichtbar, aber durchaus spürbar! Auch weniger sensible Menschen spüren, wenn ihnen „jemand im Nacken sitzt“, also zu nahe kommt. In die Aura, einen Abstand von ca. 30 cm vom Körper, sollte der Massierende behutsam eintauchen wie in ein fluides Feld. Ansonsten kann das auf unbewusster Ebene Irritationen beim Empfangenden hervorrufen und signalisieren, auf der Hut zu sein.

6.) Keine Ruhepunkte vor dem Losmassieren

Der Massierende weiß, was er als nächstes tut und wohin er jetzt seine Hand bewegen will. Nicht so der Körper des Empfangenden. Dem sollte Zeit gegeben werden zum Verarbeiten von Informationen: Wie fühlt sich diese Hand an und welche Daten überträgt sie? Ist sie sicher, fest oder sanft? Welche Temperatur hat sie? Ist sie rau oder weich? Dem Körper sollten nach jedem Aufsetzen ca. 2-3 Sekunden Zeit gegeben werden zum Verinnerlichen. Hierbei ist der Verstand ausgeschaltet – die Körper interagieren miteinander. Wenn dir der Unterschied schwer vorstellbar erscheint – probiere es einfach mal aus. Ein Mehr an Vertrauen und Wohlgefühl wird eine Massage mit Körper-Empathie bereichern.

7.) Eine klare Struktur fehlt

Auch wenn du nicht bewusst das Tun deiner Masseurin/ deines Masseurs verfolgst – schließlich willst du ja entspannen und aus dem Kopf rauskommen – spürst du unbewusst, ob es eine Struktur gibt, die Sinn ergibt und Regeln folgt. Dazu gehört zum Beispiel, dass beiden Körperhälften die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird. (Ausnahmen sollten vorher abgesprochen werden.) Wenn die Massage wie zufällig irgendwo am Körper beginnt, dann wieder woanders weiter massiert wird, fühlt sich das einfach nicht gut an. Was massiert wird, evtl. auch in welcher Reihenfolge, sollte den Absprachen aus dem Vorgespräch entsprechen.

8.) Grundlegende Massageregeln sind nicht bekannt

Hier kann nicht jede einzelne Technik analysiert werden, aber ein paar Basisregeln dürften für alle Massagearten gelten. Zu diesen gehört, dass einzelne Körperteile nach der „Einzelbehandlung“ wieder parallel bzw. gleichzeitig massiert werden sollten, um dem Körper das Gefühl der Ganzheit zu geben. Bei Massagearten, bei denen tiefere Strukturen angesprochen werden, muss das entsprechende Gewebe vorher erwärmt werden. Enorm wichtig außerdem: Für das Aufsetzen auf den Körper eignen sich nicht alle Körperstellen gleichermaßen; hier sollten festere Strukturen (im Yang-Kreislauf) bevorzugt werden. Die günstigste Variante für das Lösen vom Körper ist das Ausstreichen über Hände oder Füße. 90% aller Massierenden hören allerdings an den Knöcheln auf und wissen nicht, dass gerade das Ausstreichen bis über die Zehen und Fingerkuppen hinaus den entscheidenden Unterschied macht. Wer das nicht beherrscht, zu dem würde ich nicht wieder gehen.

9.) Präsenz und Achtsamkeit lassen zu wünschen übrig

Hier kommen wir zu den „Softskills“, die man kaum reklamieren kann, weil sie so fragil und dennoch wirkmächtig sind. Was auf jeden Fall zu den No-Gos zählt ist, wenn Masseur oder Masseurin die professionelle Distanz vermissen lassen und dir z.B. von ihren persönlichen Problemen erzählen. Du meinst das gibt es nicht? Das ist leider nicht selten. Oder wie würdest du dich fühlen, wenn du bemerkst, dass der Massierende gelangweilt zum Fenster rausschaut? Präsenz und Gleichgültigkeit äußern sich manchmal in der selben Handlung, aber dein Unterbewusstsein spürt den Unterschied gewiss. Jemand, der präsent ist beim Massieren, wird z.B. ein Tuch zwischen sich und dich halten, während du dich umdrehst. Oder er wird bemerken, wenn bei dir emotionale Prozesse auftauchen. Hier wäre es richtig dich zu fragen, was du gerade brauchst.

10.) Einwände werden ignoriert, ein Nachgespräch findet nicht statt

Wenn du um eine Änderung bittest, egal worum es sich handelt, sollte dein Gegenüber darauf eingehen. Ob du den Druck verringert haben möchtest oder es dir zu kühl im Raum ist, es sollte sofort reagiert werden. Wenn sich Dinge oder Abläufe nicht ändern lassen oder du im Laufe der Massage etwas anderes möchtest als abgesprochen, muss die Auftragsklärung neu erfolgen. Vielleicht wollen auch Masseur oder Masseurin eine Grenze signalisieren – in jedem Fall hat dies Vorrang gegenüber dem vereinbarten Ablauf. Am Ende der Massage sollte dir Gelegenheit gegeben werden, ein Feedback zu formulieren. Das muss gar nicht immer sein, vielleicht willst du völlig beseelt in dieser Atmosphäre bleiben. Aber dir sollte noch einmal bewusst gemacht werden, dass du immer Gelegenheit hast, das zu äußern, was vielleicht noch wie ein Widerhaken in deinem System hängengeblieben ist. Auch später sollte es dazu noch eine Möglichkeit geben.

Fazit

Mit diesen 10 Tipps wollen wir dir eine Massage keinesfalls vermiesen – im Gegenteil! Eine tiefe Entspannung und das Gefühl von Geborgenheit stellen sich nur ein, wenn der Rahmen einigermaßen sicher ist. Werden unsere Tipps beachtet und gesellen sich dazu noch professionelle Massagetechniken, kann der Effekt weit über Wohligkeit und Entspannung hinausgehen. Dein Immunsystem wird aktiviert, dein Geist beruhigt sich und du kommst in deine Mitte. Damit kannst du jeder Herausforderung gelassener entgegentreten.

Wenn du Lust hast, selbst Massieren zu lernen, damit deinen Lieben etwas Wunderbares zu schenken und selbst daran zu wachsen, findest du uns garantiert das Passende für dich. Stöbere gern in unseren Massageseminaren und melde dich am besten gleich an.

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Über die Autorin

Katrin Laux ist die Gründerin von AnuKan, Seminarleiterin seit 25 Jahren. Langer Weg der Selbsterfahrung und Massagepraxis. Heilpraktikerin (Psy.), Soziotherapeutin, Ausbildung in schamanischen Techniken, Coach für Integrales Life Management. Ihre Seminare, Workshops und Kurse sind geprägt von familiärer Herzlichkeit – Erfahrungsräume für Klarheit, Verbundenheit und Praxisnähe.